Tradition und Innovation seit 1905
Unter der Leitung der dritten Dreier-Generation mit Hans-Peter Dreier, CEO, und Daniel Dreier, Mitglied des Verwaltungsrats, wurde 2023 ein weiterer Meilenstein erreicht: Der erste Elektro-LKW der Dreier AG kam zum Einsatz. Per Ende 2024 waren es bereits 25 Elektro-LKWs und bis im Frühling 2026 werden es 75 E-LKWs sein. Ebenfalls wurde in Egerkingen ein Elektro-Park gebaut und in Betrieb genommen, um die E-LKWs aufzuladen.
Im Jahr 2024 konnte zudem am Standort in Oberentfelden eine zusätzliche Logistikhalle für den Baustoffhandel fertiggestellt und eröffnet werden, mit einer eigenen PV-Anlage auf dem Dach.
Seit einigen Jahren ist mit Pascal Dreier, Sohn von Hans-Peter, bereits die 4. Generation im Familienunternehmen angekommen. Pascal Dreier setzt sich für ein nachhaltiges Unternehmen ein und ist massgeblich an den obgenannten Projekten beteiligt. Damit ist gewährleistet, dass das Unternehmen auch nach 120 Jahren als Familienbetrieb fortgeführt wird.
Im Jahr 2019 realisierte die Familie ein weiteres Generationenprojekt mit dem Kauf des GE-Areals in Oberentfelden. Ganz der Tradition der Familie entsprechend, konnte damit eine zukunftsweisende Investition getätigt werden.
Die Platzverhältnisse wurden an einigen Standorten eng, vor allem in Hunzenschwil. Das 2001 erbaute Logistikzentrum für Baustoffe stoss aufgrund des immensen Bedarfs der Baubranche an seine Kapazitätsgrenze. Duch das stetige Wachstum der Unternehmung benötigte es auch laufend mehr Büroarbeitsplätze. In Oberentfelden konnte ein neues Baustoffkompetenzzentrum eröffnet werden und der operative Standort der Dreier AG wurde 2023 von Hunzenschwil nach Oberentfelden verlegt, wobei der Hauptsitz weiterhin in Suhr blieb.
Im Jahr 2019 erfolgte eine bedeutende Übernahme des Textillogistikparks in Gunzgen von M+R und die dreierfashion4you mit ca. 50 Mitarbeitenden wurde gegründet. Mit dieser Übernahme wurde Dreier endgültig zu einem der führenden Schweizer Anbieter von Fashionlogistik.
2013 erhielt Dreier den Zuschlag für Transporte im Auftrag von H&M, Lekkerland und Zalando und konnte somit 50 zusätzliche Arbeitsplätze generieren.
Schon länger setzte die dritte Generation Dreier auf neue Innovationen. 2015 wurden neue, durchladbare Planen- und Koffer-Wechselbrücken eingeführt. Ab 2014 kam die neue Doppeldecker-Generation 2.0 zum Einsatz, nachdem die erste Generation Doppeldecker-Auflieger im Jahr 2006 eingeführt wurden.
In den 2000er Jahren ging auch das Wachstum der Firma weiter. Die Geschäftstätigkeiten wurden weiter ausgeweitet, vor allem auch der nationale Kombi-Verkehr auf der Ost-West-Achse wurde forciert. Zudem kam immer wieder neues Equipment zum Einsatz, wie konstant überwachte Multitemperatur-Wechselbrücken oder Mitnahmestapler. 2007 wurde ein Standort in der Westschweiz in Daillens eröffnet.
2005 zum 100-jährigen Bestehen der Firma, kann eine grosse Hängelageranlage für Textilteile dazu, damit war auch der Weg zu einem der führenden Textil-Logistiker in der Schweiz frei. Im selben Jahr am 15. April 2005 verstarb leider auch Franz, Vater von Daniel und damals noch Mitglied des Verwaltungsrats. Am 1. April 2004 entstand die neue Textilabteilung FashionService4You mit Standort Hintere Bahnhofstrasse in Suhr und 2003 wurde Dreier Spain gegründet.
Ein besonderes Highlight Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre war die Einführung des heutigen Logos mit neuer Corporate Identity sowie der Bau des neuen Logistikzentrums 2001 in Hunzenschwil an der A1-Ausfahrt. Mit der Eröffnung des Logistikzenter und der Auftragserteilung der Knauf Baustoffe die Gesamtlogistik in der Schweiz zu übernehmen, wurde Dreier zum führenden Logistiker im Bereich Baustoff in der Schweiz.
In einer sich wandelnden Wirtschaft stärkte Dreier seine Position im Verkehr Schweiz – Italien mit einer eigenen Logistik-Plattform bei Mailand. Zudem setzte das Unternehmen auf den intermodalen Verkehr und eröffnete dazu ein Büro beim HUPAC-Terminal in Aarau.
Weitere Partnerschaften und Gründung neuer Unternehmen und somit die Erschliessung von neuen Geschäftsfeldern prägten diese Jahre. Ein wichtiger Bestandteil davon war der internationale Verkehr nach Marokko. Zuerst mit marokkanischen Berberteppichen und später mit Textilexporten, konnte Dreier viele Transporte durchführen.
1994 übernahm Hans-Peter von seinem Vater die Geschäftsleitung. Es folgte eine Ära des grossen Wachstums mit einer Verdoppelung des Geschäfts innerhalb von 10 Jahren. Hans-Peter trat jedoch bereits 1985 endgültig in das Unternehmen ein, nachdem er vorher schon immer wieder mal auf Touren in den Irak oder Marokko unterwegs war. In den darauffolgenden Jahren wurde noch unter der Leitung seines Vaters Hans-Rudolf, aber bereits mit Unterstützung von Hans-Peter, der Kombiverkehr nach Italien aufgebaut, in Tanger, Marokko ein gemeinsames Büro mit M+R eröffnet und die Dreier SARL Luxembourg gegründet.
Bereits etwas früher trat Daniel Dreier in die Firma ein. Nach dem Erwerb der Liegenschaft im Moortal in Gränichen, baute er zusammen mit seinem Vater Franz diesen zum damaligen Werkhof um. Anschliessend übernahm Daniel die Inlandabteilung und baute die Sparte Logistik aus, die immer bedeutender wurde. Am 9. November 1981 starb Max Dreier, der Mathilde Dreier-Gysi im Kampf um das Überleben der Firma tatkräftig unterstütze.
Das Unternehmen konnte wachsen, mit dem Tod von Mathilde Dreier-Gysi mit 78 Jahren am 7. Januar 1974 und ein Jahr später mit dem viel zu frühen Tod von Adolf jun. am 11. Februar 1975 mit nur 54 Jahren, musste die Familie jedoch zwei weitere Schicksalsschläge verkraften. Hans-Rudolf konnte aus der Trauer aber auch Kraft schöpfen und ein ganzes Bündel an Transportleistungen nach Saudi-Arabien, in den Irak und den Iran abschliessen. 1971 trat mit Rolf Dreier die 3. Generation in den Betrieb ein. Nach seiner Ausbildung bei Saurer begann er eine betriebsinterne Werkstatt aufzubauen.
Schon in frühen Jahren gab es versuchsweise Transporte nach Israel mit Einschiffung in Nizza und Neapel, eine Vorstufe des Containerverkehrs. Aufgrund des Sechstagekriegs 1967 wurden aber alle Dreier-Transporte annulliert. Es konnten schnell Alternativen gefunden werden, neue Linien nach England wurden eingeführt und die Italien-Relationen ausgebaut.
In den 1960er Jahren wurde die Autobahn N 1 gebaut. Hans-Rudolf gründete dazu frühzeitig fünf Transportgemeinschaften. Dreier koordinierte als Einsatzzentrale den gesamten Kippernahverkehr mit bis zu 150 Kipper in Spitzenzeiten für den Bau der Autobahn. Dies gewährleistete für vier Jahre Vollbeschäftigung zu guten Preisen. In derselben Zeit wurde auch die JOWA Backwarenfabrik in Suhr gebaut und Dreier bekam den Auftrag alle Innerschweizer Migros-Filialen mit Backwaren von JOWA zu beliefern.
1955 bestand der Familienbetrieb bereits 50 Jahre und Hans-Rudolf Dreier heiratete Lilly Bösiger. Auch Franz Dreier und Elsbeth Kyburz heirateten im selben Jahr und ihr Sohn Daniel wurde geboren. Der älteste Bruder, Adolf jun., wurde zusammen mit seiner Ruth Dreier-Häuptli bereits im Jahr 1949 Vater von Rolf. 1960 wurde Hans-Peter, Stammhalter von Hans-Rudolf geboren. Diese Zeit war geprägt von wirtschaftlichem Aufschwung und der Familienbetrieb wurde in eine AG umgewandelt und alle 3 Brüder hielten zusammen mit ihren Familien einen Drittel der Anteile.
Die Familie war eine verschworene Gemeinschaft und mit dem Einstieg von Hans-Rudolf Dreier begann eine neue Dreier-Epoche. 1952 erfolgte der erste internationale Transport von Dreier über die Alpen nach Italien, von der Kartonfabrik Niedergösgen nach Varese, von da weiter nach Turin zu Olio Fiat und dann mit Motorenöl zurück zur Generalvertretung nach Reinach. Die Strecke führte unter anderem über die berühmt berüchtigte Tremolastrasse des Gotthardmassivs und dauerte hin und zurück 3 Tage.
Nach dem 2. Weltkrieg folgte der wirtschaftliche Aufschwung. Die zwei älteren Dreier-Söhne waren schon voll in den Betrieb eingestiegen und am 1. November 1951 stieg mit Hans-Rudolf auch der Jüngste in den Familienbetrieb ein und führte diesen fortan zusammen mit seiner Mutter.
Die Kriegsjahre waren auch für Dreier hart und nur durch den sehr guten Familienzusammenhalt konnte der Betrieb diese Zeit überstehen. Noch vor dem 2. Weltkrieg schloss Dreier einen Vertrag mit der SBB, dass sie ab Bahnhof Suhr Ware bringen und abholen können und 1939 eröffnete Möbel Pfister sein zukunftsweisendes Einkaufszentrum.
In den 1930er Jahren begann sich die Wirtschaft von den vorangegangenen schwierigen Jahren zu erholen und die 3 Söhne wurden im elterlichen Betrieb integriert und halfen tatkräftig mit. 1931 erfolgte jedoch mit dem tragischen Tod von Adolf Dreier ein herber Schicksalsschlag. Er verunglückte mit 49 Jahren im Salzhof mit einem kurz vorher erworbenen 2.5 Kubikmeter Ford-Lastwagen. Die Witwe Mathilde Dreier-Gysi stand schlagartig allein mit 3 Söhnen da. Sie hatte aber den unbändigen Willen das Geschäft weiterzuführen und damit ihren Söhnen eine Perspektive zu bieten. Dabei stand ihr Max Dreier, Cousin von Adolf Dreier zur Seite und half ihr, wo er nur konnte.
1920 heiratete Adolf Dreier Mathilde Gysi und 1921 wurde der Stammhalter Adolf jun. geboren. 1925 kam Sohn Franz zur Welt und 1926 wurde das Dreier Geschäft neu aufgestellt und der Brennstoffhandel mit Kohlen, Holz und Briketts begonnen. Dazu wurde in der «Ausweiche Suhr» nahe der Butterzentrale ein Lagerschuppen angemietet. 1929 wurde der 3. Sohn geboren, Hans-Rudolf.
Nach der Gründung 1905 lief der Betrieb von Adolf Dreier die ersten Jahre gut. Es folgten jedoch bald schwierige Zeiten mit dem 1. Weltkrieg und der darauffolgenden Weltwirtschaftskrisen.
1905 gründete Adolf Dreier als 23-Jähriger die Fuhrhalterei in Suhr. Transportmittel waren die zwei Pferde seines Bruders Fritz, der seit 1890 als Milchführer im Salzhof eine grössere Landwirtschaft betrieb und bemüht war, seine Pferde mittels Doppeleinsatz besser auszulasten und durch fremde Fuhren mit dem eisenbereiften Brückenwagen die Kasse aufzubessern.
Jeder half dem anderen, wo es Not am Mann war: Kutschenfahrten für Hochzeiten und Ausflüge in die nähere Umgebung, Sargtransporte zur Kirche, Transport von Papierholz aus den Wäldern zum Bahnhof, Verarbeiten von Holz zu Brennholz, Zutransporte von Kies, Lehmtransporte ab Buchs für die Glockengiesserei Aarau, oder Ausbau von Waldwegen.